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Coral Bay ist ein kleines, fast nur von Touristen genutztes Dorf am Ningaloo Reef. Es gibt nur
eine Hauptstraße, ein Hotel, ein kleines Einkaufszentrum und zwei Campingplätze. Soweit klingt das ziemlich idyllisch; leider suchen aber nur Touristen diesen Ort auf.
Irgendwie kam ich mir vor wie in einem Ferienort am Mittelmeer – Wildnis, Ursprünglichkeit und Kontakt zur lokalen Bevölkerung haben mir gefehlt. Trotzdem blieb ich
einige Tage, um den ersten Versuch zu unternehmen, das berühmte Ningaloo Reef zu betauchen.
Direkt am Campingplatz liegt die Tauchbasis „Coral Dive“. Sie bot Tagestouren mit zwei Tauchgängen zu ausgewählten Stellen im Riff an, für einen Preis von 130;- AUD
(ca. 78 EUR) mit Ausrüstung und 100,- AUD (ca. 60 EUR) mit eigener Ausrüstung. Der Basisleiter sagte mir, dass aber mindestens zwei Personen den vollen Preis zahlen
müssten, damit es sich für ihn rentiert. Darauf hin erkundigte ich mich bei der zweiten Basis vor Ort, der Außenstelle des Exmouth Diving Center. Die verlangten
ebenfalls 100,- AUD mit eigenem Equipment, zusätzlich limitierten sie die Grundzeit aber noch auf 50 Minuten, damit sie rechtzeitig zum Mittagessen wieder an Land
waren und die Nachmittagsgruppe an Bord nehmen konnten. 50 Minuten sind bei der dortigen maximalen Tiefe des Riffs von 12 Metern wirklich nicht viel. Also ging ich
wieder zurück zu Coral Dive und buchte mich für den nächsten Morgen ein. Natürlich waren am nächsten Tag nur ein voll zahlender Gast und ich angemeldet. Also musste
ich trotz eigener Ausrüstung die vollen 130,- AUD zahlen. Wir zogen uns dann in der Basis um und liefen in Neopren und mit voller Ausrüstung ca. 300-400 Meter bis zum
Strand, an dem ein Schlauchboot lag. An unserem ersten Tauchplatz angelangt betauchte unser Diveguide, eine junge Belgierin, mit uns einen ganz schönen aber auch nicht
außergewöhnlichen Platz. Die Orientierung war sehr einfach und so waren wir nach ca. 60 Minuten (der andere Gast war Anfänger) wohlbehalten zurück an Bord. Auf dem Weg
zu unserem zweiten Tauchplatz begegnete uns ein Delphin, der jedoch sehr scheu war und unser Boot nicht sehr nahe heran ließ – trotzdem eine nette Begegnung. Nach
einer Oberflächenpause von ca. einer Stunde begannen wir den zweiten Tauchgang, der dem ersten ähnlich war - ein schöner Rifftauchgang. Leider vertauchte sich unser
Guide und wir mussten zwischendurch kurz auftauchen um uns zu orientieren. Da ich der einzige im Team mit Kompass war, musste ich von nun an die Führung übernehmen.
Zurück im Boot ging es wieder Richtung Strand und Basis. Während wir noch die Ausrüstung spülten hatte sich unser Diveguide schon abgesetzt, ohne sich zu
verabschieden, ohne uns mitzuteilen, wie die Tauchplätze eigentlich hießen und geschweige denn ein Logbuch unterschrieben zu haben.
Ich habe noch am gleichen Abend meine Sachen gepackt und bin ca. 200 km weiter nach Exmouth gefahren. Dort habe ich dann glücklicherweise bessere Erfahrungen mit den
Tauchbasen gemacht.
Niels Feldmann
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