Delfintour auf den Bahamas
Mitte Juli 2002 fuhr ich nach Florida, um mit meinem amerikanischen Freund Donald Tipton – von Beruf
Unterwasserfotograf – Delfine fotografieren zu gehen. Von Fort Lauderdale aus ging es an Bord der
Bottom Time II in Richtung der Bahamas. Unsere Safari sollte eine Woche dauern und als einziges Ziel die
Insel ‚Bimini Island’ haben. Hier halten sich in den Sommermonaten jede Menge Atlantische Fleckendelfine
und Große Tümmler auf, die Menschen gegenüber kaum Scheu zeigen. Im Gegenteil, sie suchen regelrecht den Kontakt.
Zunächst jedoch eine kurze Beschreibung der Bottom Time II:
Der Motorgetriebene Katamaran ist vollkommen aus Metall, hat eine Länge von ca. 30m und ist ca. 8m breit.
Die 11 Doppelkabinen für bis zu 22 Gäste sind klimatisiert, sauber und verfügen über ein kleines
Waschbecken. Leider sind die Zimmer nicht sehr groß und die Klimaanlage ist nicht regulierbar, d. h. wer den typisch
amerikanischen Kühlschrank als Zimmer nicht mag, hat leider Pech gehabt. Ansonsten ist das Schiff sehr geräumig, ein riesiger
Aufenthaltsraum bietet Gelegenheit zum Fernsehen, Lesen oder Karten spielen. Kapitän Roger und seine Frau Erika sorgen
dafür, dass sich alle Gäste an Bord wohl fühlen. Das Essen ist umfangreich und gut. Gelegentlich gibt es auch eine
Besonderheit; so veranstaltete unser Koch am letzten Abend ein Lobster-Essen. Die Krustentiere hatte er nur wenige Stunden zuvor aus dem Meer geholt.
Zurück zu unserer Delfintour. Nach ca. 3-stündiger Fahrt kamen wir auf Bimini Island an und brachten die Einreiseformalitäten
hinter uns. Gleich danach ging es zu der Riffkante vor der Insel auf Suche nach den freundlichen Meeressäugern. Natürlich
bekamen wir sie noch an diesem Tag zu Gesicht wie auch an allen weiteren Tagen der Tour. Kaum waren die Delfine
gesichtet, hieß es Flossen und Maske anziehen und in das 30° C warme Wasser springen. Anschließend hatten wir
Gelegenheit mit den Tieren zu schnorcheln, solange wir und natürlich die Delfine wollten. Das ganze war eine recht
anstrengende Angelegenheit. Eine ganze Weile schnorchelt man an der Wasseroberfläche entlang und taucht auf 10m - 12m
ab, sobald die Delfine erscheinen. Hatte man auf diese Weise ihre Aufmerksamkeit gewonnen, waren Begegnungen bis auf
Tuchfühlung möglich. Weibliche Fleckendelfine kamen mit ihren Jungen vorbei, einzelne Tiere trennten sich aus der Gruppe und
schwammen Seite an Seite mit uns und wieder andere zogen als große Schule direkt an einem vorbei.
Eine Besonderheit auf dieser Tour war der von meinem Freund Donald durchgeführte „Marine
Mammal Photo Workshop“. Hierzu hatte er außer mir noch 5 weitere Freunde eingeladen. Jeden
Morgen nach dem Frühstück trafen wir uns zu ca. 90 Minuten Theorie. Anschließend konnten wir das Gelernte gleich in die Praxis umsetzen.
Wenn wir nicht gerade mit Delfinen schnorchelten, hatten wir Gelegenheit einige Tauchgänge zu
unternehmen. Eigentlich gehören Tauchgänge nicht zum Programm der Delfin-Wochen. Donald’s
hervorragender Kontakt zur Crew ermöglichte es uns aber so interessante Tauchplätze wie Bimini Road oder Nick’s Nightmare
zu besuchen. Beide Plätze sind mit max. 6m nicht wirklich tief. Dafür sind sie aber sehr fischreich und äußerst interessant.
Aufgrund merkwürdiger Steinstrukturen hielt man Bimini Road lange für einen möglichen Eingang zu Atlantis - in den letzten
Jahren wurde dies jedoch wissenschaftlich widerlegt. Nick’s Nightmare ist das Wrack einer kleinen alten Segelyacht.
Schildkröten, Barakudas und jede Menge Stachelrochen machten auch diesen Tauchgang zu einem tollen Erlebnis.
Nach einem abschließenden Besuch des ehemaligen Wohnhauses von Ernest Hemingway auf Bimini Island ging es wieder zurück mach Fort Lauderdale/Florida.
Fazit:
Der ganze Trip war wirklich super und ich würde ihn gerne wiederholen. Mit ca. 1.600,- EUR ab Fort Lauderdale ist die Safari jedoch nicht ganz billig.
Niels Feldmann
Link zum Safariboot Bottom Time II:
http://www.bottomtimeadventures.com
Delfinfotos von der Tour:
http://www.niels-feldmann.com
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