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Ja, heute ist es endlich soweit. Donnerstag der 18. Juni 1998 - um 12.35 Uhr hebt der Flieger gen Süden ab. Genauer gesagt nach Pafos auf Zypern. Zwei Wochen voller
Sonne, faulenzen, essen, trinken, Motorrad fahren und natürlich tauchen und schnorcheln.
Seit zwei Tagen(!) bereits steht mein Tauchrucksack gepackt in der in der Ecke (nicht ohne ein hämisches Grinsen meiner Frau) und wartet genauso wie ich
sehnsüchtig auf das Taxi zum Flughafen Hamburg. Wir fliegen zum ersten mal mit der Cyprus Airways und nach vorheriger Faxanmeldung werden zusätzlich zu den
normalen 20Kg Gepäck auch noch 15 Kg Tauchgepäck pro Person kostenlos befördert.
Flug, Service und das Drumherum waren tadelos. Nach etwas mehr als 3 1/2 Stunden Flug landen wir dann in Pafos. Der erste Schock - wir betreten die Gangway und.....
rumms 90% Luftfeuchtigkeit und mindestens 35°C treiben uns fast in das Flugzeug zurück. Schnell über das Flugfeld gelaufen und ab durch die Passkontrolle. Ja,
ganz richtig - Passkontrolle. Die Republik Zypern gehört noch nicht zur EG und zur Einreise benötigt man einen mindestens 3 Monate gültigen Reisepass.
Nach dem Gespräch mit unserer Reiseleiterin, wir haben eine Pauschalreise über Alltours gebucht, steigen wir dann endlich in den Bus der uns zu unserem eigentlichen
Ziel bringen soll - Polis.
Polis ist eine kleine Stadt nahe der Akamas Halbinsel mit ca. 1600 Einwohnern. Ein zur Zeit noch eher ruhiger und beschaulicher Ort für Individualisten und
Rucksacktouristen. Unser Hotel, Hotel Stephanos, war ein reiner Glückstreffer. Klein (32 Appartments), schön gelegen, ruhig und mit Familienanschluß. Ein reiner
Familienbetrieb. Mama kocht, Papa macht die Nachtschicht und die drei Töchter und der Sohn teilen sich die Bedienung, die Bar und die Rezeption. Einfach herrlich.
Was uns jedoch am meisten erstaunt hat war die Gastfreundschaft die uns dort entgegengebracht wurde. In noch keinem Land Europas wurden wir mit soviel Freundlichkeit
und Herzlichkeit behandelt wie auf Zypern. Man muß es einfach am eigenen Leib erlebt haben - unglaublich. Das gilt nicht nur für unser Hotel sondern für die gesamte
Bevölkerung Zyperns. In den abgelegenen Bergdörfern wird einem zugewunken oder man wird einfach so von einer Zyprischen Familie die beim Sonntagsausflug ist zum
mitessen am Grill eingeladen (Lieblingsbeschäftigung der Zyprer am Sonntag ). Wir stehen an einer abgelegenen Straßenkreuzung und studieren die Karte für die
Weiterfahrt. Prompt hält ein Jeep, woimmer er auch herkam, an und fragt ob wir Hilfe bräuchten. Auf der Tankstelle - das Motorrad braucht Öl.... wo ist der blöde
Einfüllstutzen..... erst eilt ein Zyprer zu hilfe, dann kommt der Zweite und zum Schluss waren es Vier die lautstark diskutierten - natürlich mit anschließender
Einladung auf ein paar wackligen Stühlen platz zu nehmen und etwas zu erzählen - woher wir kämen, ob es uns Zypern gefiele und, und, und..... so war es überall
wo wir hinkamen.
Ich habe wirklich Mitleid mit den Leuten die sich pünktlich um 9 Uhr an den Pool legen und pünklich um 19 Uhr den Pool verlassen - man muss ja noch etwas essen zwischen
den Sonnenbränden. Liebe "Poolisten" ihr wißt ja nicht was ihr verpasst !
Auch wenn Ihr vielleicht zum Tauchen nach Zypern fliegt - auf dem Land ist es genauso schön wie unter Wasser.
Wir haben z.B. in unseren zwei Urlaubswochen mehr als 400 Kilometer auf dem Motorrad zurückgelegt und haben die entlegendsten Winkel besucht. Wir sind Stundenlang durch
die Berge gefahren ohne einen Menschen zu treffen. Das stelle man sich einmal in Deutschland vor !! Falls Ihr das auch vorhaben solltet: unbedingt ausreichend Wasser
mitnehmen, gucken das der Tank voll ist und den Ölstand kontrollieren. Man glaubt es kaum aber es kann tatsächlich gefährlich werden wenn einmal etwas passieren sollte.
Nun zum wichtigsten Teil - das Tauchen. Natürlich hatte ich mich vor der Reise eingehend über die Möglichkeiten zum tauchen auf Zypern informiert. Eine sehr
ausführliche und Hilfreiche Quelle war der Tauchreiseführer von Norbert Gierschner.
Falls Ihr auf Zypern tauchen wollt seit Ihr mit dieser Publikation bestens bedient. Ich kann den Reiseführer jedenfalls wärmstens empfehlen.
Die Basis
Die Basis, International Water Sports & Diving Center, befindet sich in Latsi ca. 2 Km von Polis entfernt. Latsi ist ein immer noch sehr kleiner Ort mit einem noch
kleineren Hafen. Die Basis besteht bereits seit 1980 und befindet sich unter der Leitung von Hans Roelofs, einem Holländer, nebst zwei Teilhabern die ich aber nie zu
Gesicht bekam. Die Basis selbst besteht aus einem sehr gut sortiertem Tauchshop, einem Keller wo die Flaschen gefüllt werden und das gesamte Equipment lagert und einer
schönen Terrasse zum klönen. Im Moment befinden sich drei Tauchlehrer auf der Basis. Vince und seine Freundin Marjan aus Aruba und Minas aus Zypern. Das wir eine menge
Spaß hatten sei hier nur am Rande erwähnt ;-). Sprachlich gibt es keine Schwierigkeiten. Es wird neben Englisch und Griechisch auch noch Deutsch und Holländisch
gesprochen. Die Basis ist Täglich von 8 - 20 Uhr geöffnet.
Der Tauchbetrieb
Zum Tauchen geht es mit der Anax Akamas. Ein Nagelneues 10m Speedboot mit 360PS, kleiner Plattform und Leiter. Damit sind alle guten Tauchplätze in 10 - 25
Minuten schnell zu erreichen. Sowohl Leihausrüstungen als auch Pressluftflaschen (10 - 18L) sind in ausreichender Menge vorhanden. Für interessierte Nichttaucher gibt
es die Möglichkeit zum Schnuppertauchen. Natürlich kann man auch seinen Tauchschein machen (PADI, IDD) oder weiterführende bzw. Spezialkurse absolvieren.
Alle Tauchgänge werden geführt. Es gibt Ufer-, Boots-, Nacht-, Grotten- oder auch Scootertauchgänge, wobei man für Letzteren gut entwickelte Bizeps und Bauchmuskeln
braucht. ;-) Die Diveguides machten alle einen sehr erfahrenen Eindruck und kannten sich in ihrem Tauchgebiet hervoragend aus. Nie fühlte ich mich unsicher oder war
ein Tauchgang langweilig.
Es gibt auch die Möglichkeit eigenverantwortlich zu tauchen. Also Flasche und Blei ausgeliehen und ab geht es. Allerdings muss eine geeignete Qualifikation und eine
Tauchpartner nachgewiesen werden. Auch das passende Boot für die Tauchgänge gibt es bei Hans zu mieten. Von 30 - über 100 PS und das ohne Bootsführerschein. Hier langt
zum Bootfahren nämlich der normale Autoführerschein. Auch zum tauchen bedarf es keiner weiteren Genehmigung! Auf Zypern gibt es keine Regeln was das tauchen angeht
außer: alles was altertümlich aussieht bleibt da wo es ist und harpunieren ist verboten - aber das versteht sich ja von selbst oder ?
Preise - (Stand 6/99)
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Preise in zyprischen Pfund (1Cy = 2,8 DM)
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inkl. Flasche und Blei
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inkl. kompletter Ausrüstung
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Schnupperkurs 2 Tauchgänge
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30 Cy
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Akamas Nordcap 2 Tauchgänge
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30 Cy
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36 Cy
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Akamas Westküste 2 Tauchgänge
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36 Cy
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42 Cy
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Zenobia Wrack - Larnaca 2 Tauchgänge
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50 Cy
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56 Cy
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Nachttauchgang
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26 Cy
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30 Cy
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Scootertauchgang zur Schildkrötenbeobachtung
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33 Cy
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37 Cy
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Tauchpaket mit 10 Tauchgängen
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130Cy
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160 Cy
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Multipaket mit 4 Tauchgängen + Nachttauchgang+Scootertauchgang
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110 Cy
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125 Cy
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Das Tauchrevier
Hier könnte ich nun sicherlich 100 Seiten schreiben. Ich werde mich aber auf das was ich auf meinen Tauchgängen gesehen
habe beschränken um den Rahmen nicht zu sprengen. Außerdem, falls Ihr Zypern zum nächsten Urlaubsort auserkoren habt, möchte ich Eure Entdeckerlust nicht bremsen.
Agios Georgios, ca. 10 Bootminuten von Latsi entfernt, ist eine sehr kleine Insel mit eine schönen Unterwasserwelt. Es gibt hier
einige Tauchspots, die sich aber wenig voneinander unterscheiden. Sehr felsiges, zerklüftetes Areal mit wunderschönen
Durchbrüchen, Bögen und kleinen Tunnels zum durchtauchen. Stellenweise auch kleine Sandflecken oder Poseidonia
Seegraswiesen. Hier gibt es ein, bedingt durch die unterschiedliche Landschaft, sehr vielfältiges Unterwasserleben sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenwelt.
Auf der Nordseite der Insel befindet sich eine Steilwand mit viel Bewuchs und vielen Spalten wo sich ein vielfältiges maritimes
Leben entwickelt hat. Man kann dort von 10 bis ca. 40 Meter tiefe tauchen. Nordwesten geht es sogar bis 80 Meter abwärts.
Kribbeliges Highlight war für mich persönlich eine flaschenförmige Höhle in ca. 9 Metern tiefe die bis zu 30 Metern in des Fels
führt. Der 10m lange Eingang ist nur 1,50 x 1,50 Meter im Durchmesser und wenn sich die Höhle dann öffnet sind es auch etwa
nur 4 x 3 Meter. Zu zweit in dem kleinen Raum, aufgewirbeltes Sediment..... nicht nur wegen dem 25° C warmen Wasser war
mir etwas heiß ;-) Dafür wurde ich mit einem wunderschönen großen Soldatenfisch belohnt.
Etwa 400 bis 500 Meter südlich, der Küste vorgelagert, befindet sich ein herrliches verwinkeltes Riff in dem man wunderbar
stöbern kann ( Amphorenreste über Amphorenreste ). Tiefen von 10 - 14 Metern. Gerade richtig für den zweiten Tauchgang.
Sehr zu empfehlen ist auch die Bucht um Fontana Amorosa. 8 - 18 Meter tief und eine schöne felsige, zerklüftete Landschaft übersät mit Amphorenresten.
Meine niedrigste, in 33.2 Metern tiefe, gemessene Wassertemperatur betrug übrigens 20°C !! Trotzdem kann ich einen
Halbtrockenen Anzug empfehlen. Bei 25° oder 26°C in 14 Metern wird es bei 20°C dann doch recht kühl. Ähnliche Tauchgebiete befinden sich rund um die Akamas Halbinsel.
Die Sicht unter Wasser war übrigens immer ausgesprochen gut bis auf den Scootertauchgang vor Latsi. Dort betrug die Sicht
nur ca. 10 Meter bedingt durch den sandigen Untergrund. Leider hielten sich die Schildkröten immer am Rande des
Sichtbereiches auf. Wenn man also mit dem Scooter 5 Meter hinterherhängt und der Vordermann dich mit wild fuchtelden
Armen und Beinen auf eine erspähte Karettschildröte aufmerksam macht - nett gemeint aber du siehst sie bestimmt nicht ;-).
Auf meinem Tauchgang sah ich wenigstens eine, Lutz, ein Mittaucher, wenigstens drei und Minas unser Diveguide vier Schildkröten.
Zu den Fischen. Der Eine oder Andere wird vielleicht enttäuscht sein weil es hier hauptsächlich nur Hand- bis Unterarmlanges
Flossenvolk gibt. Schaut aber mal genau hin..... ich habe durchaus auch größere Fische ausmachen können und das waren
gar nicht mal wenige. Das habe ich wohl auch Minas zu verdanken. Seine Familie lebte von der Schwammtaucherei und er selbst harpunierte für seinen Lebensunterhalt.
Dem entsprechend kennt er auch Stellen wo es tatsächlich etwas größeres zu sehen gibt wie z.B. Zitterrochen,
Zackenbarsche bis 1m länge, große Muränen u.s.w.. Sonstige Fische sind u.A. Meerjunker, Meerpfauen, Kaninchenfische,
Meeräschen, Meerbarbenkönige, Kardinalsfische, div. Brassen, div. Barscharten, Seenadeln, Seeskorpione, Soldaten- und
Papageifische ( Emigranten aus dem Roten Meer ;-) ) und sicher noch viele andere Arten die ich nicht oder übersehen habe.
Außerdem gibt es Nachtschnecken, Feuerwürmer, Igelwürmer, div. Oktopusse und viel anderes glitschiges, niederes
Viehzeugs. UW-Fotografen kommen sicherlich auf ihre kosten.
Fazit
Mir hat die Basis von Hans bestens gefallen. Gute Diveguides, nettes Ambiente, viel Freundlichkeit und Hilfe. Leute denen man
eben anmerkt das sie mit Leib und Seele dabei sind. Ich habe mich jedenfalls sehr wohl gefühlt. Das Tauchgebiet ist OK und
auch wenn man nicht soviel Viehzeugs zu sehen ist kommt doch wohl jeder auf seine kosten. Für mich steht jedefalls eines
fest - ich komme 1999 wieder. Das spricht glaube ich für sich.
In diesem Sinne ende ich hier und vielleicht treffen wir uns ja nächstes Jahr bei Hans in der Basis. Ich hoffe nur das diese
ursprüngliche Landschaft, sowohl über als auch unter Wasser, noch lange so erhalten bleibt und alle Taucher und
Nichttaucher sich dieses zu Herzen nehmen und daran mitarbeiten.
Hans, Vince, Marjan und Minas - nochmals vielen Dank für die schönen Tage bei Euch. Viel Spaß weiterhin und das ihr immer wieder auftaucht.
Ich hoffe Ihr nehmt das mit der Rechtsschreibung nicht so genau aber ich bin nun mal kein ausgebildeter Schreiberling und 10
mal Korrektur lesen hatte ich keine Lust ;-).
Wenn Euch der Bericht gefallen hat oder jemand spezielle Fragen hat dann schreibt doch einfach eine email.
Euer Chris
Link zur Homepage von Chris: http://www.dertaucher.de
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