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Zypern - Polis - 1999

Frühling.... ich tauche mit meinem nagelneuen Rebreather seit zwei Stunden in der Lagune inmitten dieses atemberaubend blauen Wassers. Die Temperaturanzeige auf meinem Tauchcomputer zeigt 30°C. Bunte Fische tanzen um mich herum und zeigen keine Scheu. Plötzlich - aus dem Dunkel der steil abfallenden Riffkante taucht ein Schatten auf...... oh mein Gott.... warum habe ich meinen nichttauchenden Kollegen immer erzählt der Mensch würde nicht in das Futterschema der Haie passen und Angst bräuchte man auch nicht haben wenn man einen trifft. Dieser ungefähr 6 Meter lange Tigerhai schaut mich allerdings so an als ob ich ein willkommenes Frühstück für ihn wäre. Ich gucke mich um. Soweit ich in diesem fantastisch klaren Wasser sehen kann nichts als reiner weißer Sandgrund. Kein Felsen oder Korallenblock der mir Deckung geben könnte. Langsam fange ich an mir Sorgen zu machen - der Kerl kommt doch tatsächlich immer näher! Langsam und mit leichtem Flossenschlag, den Hai nicht aus den Augen lassend,  lege ich auf dem Rücken schwebend den Rückwärtsgang ein. Das war das Zeichen! Wie ein Geschoß mit einer wild peitschenden Schwanzflosse getrieben jagt der Hai auf mich zu. Sein riesiger Kopf ist nur noch wenige Zentimeter von meinem Körper entfernt...... er reißt sein Maul auf und......

 

BBZZZZZZZZ !!! Der häßlich schnarrende Ton meines Weckers rettet mir das Leben ;-) Heute ist es soweit. Um 12.30 Uhr startet zum zweiten mal für mich der Ferienflieger nach Zypern. Wie letztes Jahr buchten wir unsere Reise wieder pauschal über Alltours. Gleicher Ort (Polis), gleiches Hotel (Hotel/Apartement Stephanos) nur diesmal 3 Wochen früher.

Mit einer 1/2 stündigen Verspätung starteten wir vom Flughafen Hamburg mit dem Ziel Pafhos auf Zypern. Unserer Fluggesellschaft, die Cyprus Airways, möchte ich auf diesem Wege einmal mein Lob aussprechen. Toller Service, nettes Personal und leckeres Essen an Bord.

Vier Stunden später landeten wir dann in Pafhos. Die Ausstiegsluke im Flugzeug geht auf und..... ein laues Lüftchen weht uns entgegen. Kein Gluthauch wie im letzten Jahr.

Hallo Zypern, wir sind wieder da ! Nun schnell durch die Passkontrolle, kurzes hallo mit der Reiseleitung und ab in den Minibus nach Polis. Der Fahrer guckt zwar etwas mürrisch als ich in dem klimatisiertem Bus das Fenster aufreiße aber ich muß "meine" Insel nach einem langem Jahr warten erstmal wieder beschnuppern. Ich liebe diese mediterranen Düfte nach Pinienholz und Kräutern.

Kaum auf der Insel und ich fühle mich mehr zu Hause wie in Deutschland.

Nachdem der Fahrer die übrigen sechs Mitreisenden in ihren Hotels nahe der Stadt abgesetzt hatten waren wir alleine und konnten die Fahrt genießen. Nur jemand der Zypern liebt, kann bei den Fahrkünsten seiner Einwohner so eine Fahrt genießen.Warum? Probiert es einmal aus und urteilt dann ;-)

 

Plötzlich beginnt der Bus zu schlingern - oh nein, zwei Kilometer vom Ziel entfernt und der Reifen platzt. Schon darauf vorbereitet zusammen mit dem Fahrer den Reifen zu wechseln hält ein zweiter Bus neben uns an und schon wird unser Gepäck umgeladen. Nach einem kurzem Umweg erreichen wir das Hotel und steigen aus. Ob man uns noch kennt ??

Wir betreten die Hotelhalle und ich erspähe ein mir bekanntes Gesicht - ein leises "Kali spera" (guten Abend) von meiner Seite. Die Person schaut uns kurz an und dann...... ein freudiges Hallo. Alle anwesenden Familienmitglieder stürmen auf uns zu. Wir werden geküßt, geherzt und geknuddelt. Ja - ich bin wieder zu Hause (hoffentlich hat keiner meine feuchten Augen bemerkt). Sogar unser Zimmer vom letzten Jahr ist noch frei. Oh man - so muß der Urlaub anfangen.

Teil Zwei - das tauchen...

 

Ja.... man hatte mich auch hier noch in guter Erinnerung - hoffentlich im positiven Sinne ;-).....

Leider waren die Diveguides vom letzten Jahr, Vince und Mahrjann, nicht mehr da. Das machte aber nichts denn der "Neue", Marc, machte das wieder wett. Auch Minas arbeitete noch auf der Basis. Leider bekam ich ihn nur einmal zu Gesicht. Die meiste Zeit verbrachte er mit der Ausbildung von Anfängern im Pool eines neu gebauten Luxushotels vor den Toren Latchis. Er war auch sehr traurig darüber das er nicht mehr sooft zum tauchen kommt.

Die Preise haben sich in 99 erfreulicherweise nach unten hin verändert. Es ist preiswerter geworden!

Das Tauchen selbst war wieder sehr schön. Da ich die meisten Tauchplätze vom letzen Jahr schon kannte war es umso besser. Ich konnte mich mehr auf meine Umgebung konzentrieren und sah meistens mehr wie die Anderen :-)

Die Beschreibung der Tauchplätze findet ihr in der Reisebeschreibung 98. Eine Besonderheit gab es dieses Jahr allerdings. Ein "frisches" Wrack !

 

Wenige Wochen vor unserer Ankunft lief eine deutsche 12 Meter Segeljacht auf ein Riff unterhalb von St. George Island und ging unter. Der Skipper konnte sich an Land retten. Das Schiff allerdings war verloren da  bei der Kollision die ganze rechte Seite aufgerissen wurde. Nun liegt das gute Stück in 10 Metern Tiefe und ist hoffentlich bald schön bewachsen.

Marc, der Diveguide entpuppte sich als Supertyp. Sehr nett, hilfsbereit und immer gut gelaunt. Leider war der Gute teilweise mit den Anfängern etwas überfordert. Nein, nicht weil er es nicht konnte sondern weil es für ihn alleine einfach zuviel wurde.

So freute er sich doch über meine Unterstützung als ich mich den einen oder anderen Tag mit den erfahrenen 2 - 3 Tauchern eigenständig auf den Weg machte und er so genügend Luft hatte die Ausbildung ohne Stress durchführen zu können.

Ein zweiter Ausbilder wäre sicher nicht verkehrt gewesen lieber Hans :-) (Rüffel an den Basisleiter).

So kommt es auch das ich zu Marc seit dem Sommer eine freundschaftliche Beziehung pflege und wir oft via email in Kontakt sind.

 

Fazit

Auch diese Jahr war Zypern wieder ein Erlebnis. Wenn es auf der Basis auch etwas voller war wie letztes Jahr und eine helfende Hand mehr ganz gut getan hätte - ich werde wieder hinfahren. Zypern ist für mich eben etwas ganz besonderes. Der Urlaub für nächstes Jahr ist übrigens auch schon geplant. Leider wird es nicht Zypern. Die Welt ist noch so groß und ich möchte natürlich noch viel mehr sehen, deshalb geht es ende August 2000 für 3 Wochen nach Madeira und Porto Santo. Reisebericht wird folgen. Aber wer weiß - vielleicht trifft man mich im April für eine Woche in Latchi :-)

In dem Sinne - viel Spaß allen Tauchern die es im Jahr 2000 einmal mit Zypern versuchen wollen und wenn ihr fahrt dann grüßt die Basis recht schön von mir.

Ein PC mit Internetanschluss ist auf der Basis übrigens vorhanden - mein Gästebuch wartet auf euren Eintrag.

 

Viele Tauchergrüße von

Chris

 

Link zur Homepage von Chris: http://www.dertaucher.de


Copyright © Tauchsport Center Arheilgen, letzte Aktualisierung:  Samstag, Mai 31, 2008

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