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Organisation Auf der Suche nach einem geeigneten Urlaubsziel (angesichts der Reisezeit, Februar, kam am ehesten etwas in der Karibik in Frage) bin ich über
einen sehr positiven Reisebericht über Las Terrenas in der Dominikanischen Republik und speziell die Basis Aqua Dive gestolpert. OK, DomRep erweckt Horrorvisionen von
tausenden von Pauschalurlaubern, Bettenburgen, Kneipen wie "Harry's und Moni's Trinkmeile" ("wir sprechen deutsch, schnitzel mit pommes 160
Pesos"). Argh! Aber einige Blicke in verschiedene Reiseführer haben mich da schnell eines anderen belehrt.
Nach einigen eMail-Kontakten war alles klargemacht. Alex (Chef der Tauchbasis) hat für mich vor Ort ein Hotel und den Transfer vom und zum Flughafen Puerto Plata
organisiert, so dass ich eigentlich nur noch den Flug buchen musste. Der Transfer zwischen Las Terrenas und Flughafen ist jeweils ca. 3 Stunden Fahrt mit dem Minibus -
super zur Einstimmung auf den Urlaub unter Palmen und um einen ersten Einblick ins Land zu kriegen. Der Transfer kostet(e) je Richtung US$100.- (für den gesamten
Minibus, wenn man also mit mehreren Leuten Unterwegs ist, kann man sich das teilen). Diese immerhin DM 400.- muss man also noch beim Reisepreis berücksichtigen. Das
Geld war's mir aber wert, mich von oben erwähntem Horrorszenario möglichst weit zu entfernen. Die ganze Organisation hat klasse funktioniert. Auch an dieser Stelle
nochmal Dank an Alex!
Las Terrenas
Las Terrenas (http://samana-lasterrenas.com/) ist ein Dorf an der Nordküste der Halbinsel Samana. Nach allem, was man so
liest, ist dies die schönste Ecke der Dominikanischen Republik und das will ich nach diesem Urlaub auch gerne glauben. Ich hab' zwar nicht alles andere gesehen, aber
es muss sich schon ganz schön anstrengen, um gegen Samana und Las Terrenas anstinken zu können. Las Terrenas liegt, vom Festland aus betrachtet, jenseits des hohen
Gebirgsszuges, der die Halbinsel Samana darstellt. Der Minibus bahnt sich seinen Weg über steile und winklige Serpentinen. Für das mulmge Gefühl im Magen wird man dann
mit atemberaubenden Ausblicken auf beide Gewässer, die die Halbinsel einschließen, entschädigt: Die Bucht von Samana im Süden und das Meer im Norden.
Das Dorf selbst besteht im wesentlichen aus zwei Straßen, die
wie ein etwas breitgezogenes “Y” angordnet sind. Eine asphaltierte Hauptstraße, über die man durch die Berge
reinkommt und eine Sandpiste entlang des Strandes, an der die meisten Restaurants und Hotels liegen. Die gesamte Infrastruktur
des Dorfes scheint fest in der Hand europäischer Auswanderer zu sein: viele Schweizer und Franzosen, Deutsche und der eine
oder andere Engländer. Diese betreiben die Restaurants und Kneipen, die Hotels, etc. Aber alles erfreulich unaufdringlich und
locker. Überhaupt hat LT so seinen ganz eigenen Flair. Man kommt mit sehr vielen Leuten ins Gespräch, es gibt viele
verschiedene Restaurants, man kann also jeden Abend was anderes essen. Etwas lästig sind die vielen Motoconcho-Fahrer
(Mopeds, auf denen man für 5 Peso quer durch's Dorf düsen
kann - gelegentlich eine wackelige und halsbrecherische Angelegenheit). Die fahren Tag und Nacht knatternd die Straßen rauf
und runter; auch wenn man mal in Ruhe spazieren gehen will, bremsen sie ständig neben einem ab, rufen, pfeifen, hupen und
zeigen, um einen dazu zu bewegen, doch mit ihnen mit zu fahren. Eine Bitte an die Reiseführer-Autoren: Schreibt doch bitte in
die nächsten Auflagen eurer Reiseführer mal rein, was "Piss Off!" auf Spanisch heisst. Das Hotel, in dem ich war, ist das "Kanesh Beach Hotel" (http://www.samana-lasterrenas.com/kanesh), geführt von Kanesh
und Corinna, einem sehr netten schweizerisch-indischen Pärchen. Das Zimmer war schön groß und hell, das Hotel ordentlich
und gut in Schuss, das Frühstück unter Palmen war gut und immer ein schöner Beginn des Tages.
Die Tauchbasis
Nach langem Vorgeplänkel nun endlich zum Wesentlichen: Wassa!
Die Tauchbasis Aqua Dive (http://www.aquadive.de) wird von Alexander Abbas und seiner Frau Astrid geführt. Alex ist "e alder
Hesse" (OK, nicht so viel älter als ich), den's in die Karibik gezogen hat. Die Basis ist direkt an ein Hotel angebunden und liegt nur etwa
10 Meter vom Strand entfernt (was wichtig ist, wenn man sein Gerödel vor und nach den Tauchgängen durch die Gegend
schleppt). Durch die Anbindung an das Hotel kann der Hotel-Pool für Übungen verwendet werden.
Neben Alex und Astrid gibt's bei der Basis noch den Tauchlehrer Björn aus Balin ("Ick sprech' keenen Dialekt. Det is astreines
Hochdeutsch!") und Pedro, den Kapitän den Bootes (laut Alex der beste Kapitän in der Gegend und ich habe überhaupt keine
Veranlassung, das zu bezweifeln). Darüber hinaus waren während meines Aufenthalts noch Wolfgang und Steffi an der Basis, zwei Divemaster-Aspiranten, die von Alex eine
(gründliche!) Ausbildung erhielten. Allesamt war das ganze Team wirklich sehr nett, offen und umgänglich und ich habe mich
bei ihnen sehr wohl gefühlt. Die Basis ist prima geführt, das Equipment ist in gutem Zustand und ausreichend vorhanden, es
gibt einen Arbeitsraum mit Tresen, einen Geräteraum, einen Kompressor-Raum zum Befüllen der Flaschen, einen Kühlschrank,
ein Süßwasser-Becken zum Abspülen des Equipments, ein Boot zum Rausfahren und 'ne bequeme selbstgezimmerte Bank mit Dach. Es mangelt also an nix.
Tauchen und Tauchausbildung
Das mit dem Tauch-Brevet habe ich so gestückelt, dass ich hier in Darmstadt (beim Tauchsport-Center Arheilgen) die Theorie
und das Schwimmbad-Training gemacht habe und dann bei Aqua Dive nur noch die Freiwasser-Tauchgänge absolvieren
musste. So erscheint mir das auch am sinnvollsten (und intensivsten). Wer will schon in der Karibik in der Hütte rumsitzen und
das PADI-Video ansehen? Eben. In sofern eine ideale Kombination. Ich hab' auch an den OWD gleich den AOWD drangehängt,
das gab dann nochmal mehr Abwechslung bei der Auswahl der Tauchgebiete.
Das Tauchen vor Las Terrenas war sehr interessant und abwechslungsreich (ganz anders als das in einem Reisebericht hier
auf der Site von einer anderen Ecke der DomRep berichtet wurde). Alex und sein Team kennen viele schöne Tauchplätze,
einige davon ideal für bestimmte OWD- oder AOWD-Übungen, andere einfach sehr schön zum Tauchen und Gucken. Man fährt
jeweils mit dem Boot einige Zeit raus (Tipp: Leute mit empfindlichen oder schlecht gepolsterten Hinterteilen sollten im Boot nicht
vorne sitzen) und stürzt sich dann in die Fluten.
Das Wasser ist schön Türkis, sehr klar, 26 Grad warm und es gibt viele interessante Felsen und Riffe. Auch in unmittelbarer
Strandnähe lassen sich schöne Plätze zum Schnorcheln entdecken, an denen es viele verschiedene bunte Fische gibt.
An Meeresgetier gab's überhaupt einiges zu sehen. Wir haben jede Menge bunte Fische und andere spannende Viecher
gesehen. Auf Anhieb (und mit einem Seitenblick in's Fischbestimmungsbuch) fallen mir ein: Trompetenfische, Barrakudas,
Kofferfische, Waben-Kuhfisch, Papageifische, Juwelen-Riffbarsch, Zackenbarsch und viele andere, die ich jetzt vergessen
habe. Also auf jeden Fall genug zu sehen. Beim Nachttauchgang kamen dann noch die entsprechenden Schalentiere wie
Langusten, Seespinnen und Bärenkrebse dazu. Dazu dann noch Fächerkorallen, Hirnkorallen, Trichterschwämme. Viel mehr,
also, als ein Tauchanfänger auf einen Blick verarbeiten kann. Insgesamt habe ich in den zwei Wochen Urlaub 13 Tauchgänge
gemacht und jedes Mal gab's (für mich) was neues zu entdecken.
Tauchausfahrten macht Aqua Dive grob dreimal am Tag - um 9:00h, um 11:00h und um 15:00h (oder war's 13:00h? egal.
vergessen). Aber Alex und Co sind nix wenn nicht flexibel. Sind sehr entgegenkommend und stellen sich soweit wie möglich
auf ihre Gäste ein (was auch dran liegen kann, dass die Basis nicht gerade überlaufen war während ich da war).
Besonderheiten Als Schmankerl bietet Alex noch zwei (Halb-)Tagestouren an. Die Tour zum Cabo Cabron habe ich mitgemacht und es war
klasse. Tauchen an einer Steilwand, mit etwas Strömung, sehr sehr viel zu Sehen, inklusive einer mittelgroßen Schildkröte.
Wirklich sehr empfehlenswert! Für die zweite Tagestour, zu einem Süßwasser-Blautopf im Landesinneren, fehlte mir dann
die "Lust" (lies: Penunze) aber die muss auch ganz klasse sein und ich muss unbedingt mit wenn ich mal wieder nach Las Terrenas fahre.
In der Zeit von Januar bis März sind in der Bucht von Samana eine ganze Menge Buckelwale, die dort ihre Paarungs-Gebiete
haben. Wir haben zwar unter Wasser keine Wale getroffen (was für meinen Kreislauf wahrscheinlich auch besser war), aber
auf einigen Tauchgängen haben wir sie ganz deutlich pfeifen und fiepen gehört. Klasse!
Ich empfehle sehr, sich neben dem Tauchen auch mal einen Jeep zu mieten und sich die Halbinsel Samana zu erschließen. Da
gibt's wirklich sehr schöne Ecken, die man unbedingt mal gesehen haben sollte. Da es auf Samana mehr regnet als im
Durchschnitt in der DomRep, ist hier alles noch sehr grün und die Vegetation, durch die die Pisten führen, ist sehr sehenswert.
Unbedingt abraten kann ich von "Bacardi Island" bzw. Cayo Levantado. Lasst Euch das nicht aufschwatzen! Mich hat's da aus
Versehen hin verschlagen, als abschließender Punkt auf einer Walbeobachtungstour von Samana aus. Leider hat mir der Typ,
der mir das Ticket verkauft hat, dieses "Highlight" verschwiegen, sonst wäre ich nicht mitgefahren (was er wohl auch so
eingeschätzt hat). Das Ding mit "Bacardi Island" ist jedenfalls die absolute Touristen-Verlade und Zeitverschwendung.
Reisekosten
Hier ein kleiner Überblick über die angefallenen Kosten (ohne Gewähr für Vollständigkeit oder Aktualität)
- Flug :
DM 1350.- (Condor FFM -> Puerto Plata)
- Transfer :
US$ 100.- je Strecke im Minibus
- Hotel :
US$ 32.- die Nacht (nur mit Frühstück - das würde ich auch immer wieder so machen, denn so kann man immer in
anderen Restaurants essen gehen und sich die Sache etwas flexibler gestalten).
- Tauchen :
1 Tauchgang US$ 25.- mit eigenem Equipment, US$ 30.- mit geliehenem. Für die aktuellen Tauchpreise, siehe die Web-Site der Basis (http://www.aquadive.de).
Fazit Sehr empfehlenswert! Ort, Hotel, Tauchbasis, Team, Tauchplätze, Flexibilität und alles drum und dran sehr, sehr positiv. Ich
würde auf jeden Fall nochmal hinfahren, und mehr kann man ja wohl nicht sagen. Also, viel Spaß im Urlaub. Ich hoffe, ich
konnte euch ein wenig Appetit auf Las Terrenas machen.
Daniel
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