Nachdem uns im Hafen von El Quesir die Nectarious vorgestellt wurde, waren wir zunächst ziemlich enttäuscht. Das Boot war relativ klein, ziemlich schmal und
der Komfort ließ zu wünschen übrig: Die MY Nectarious hatte nur 4 “Bäder” (für 16 Taucher, 1 Tauchguide und 5 Mann Besatzung), die Kabinen waren sehr klein
und das Sonnendeck war für eine Gruppe wie die unserige eindeutig nicht groß genug. Auch von der Sauberkeit waren wir auf den ersten Blick nicht recht
überzeugt: Aus der Dusche kam das Wasser nur tröpfchenweise und der Aussage, daß das Boot erst zwei Jahre alt sein sollte konnten wir eigentlich nicht
glauben.
Die Crew bemerkte unseren Unmut wohl und gab sich deshalb in der Woche an Bord alle Mühe, unsere Wünsche zu erfüllen. Hier muß man ein eindeutiges Lob an
die Crew aussprechen. Das Essen an Bord war umfangreich und gut. Auch Claudia´s Geburtstagsparty wurde vom Koch erstklassig organisiert.
Tauchen:
Auch die Tauchausrüstung an Bord war für eine Gruppengröße wie die unserige etwas zu spärlich. Von den zwei Zodiacs war eines defekt, den zwei Kompressoren
nur einer in Betrieb und die Anzahl der Flaschen reichte gerade für alle Taucher und den Guide. Der Ansaug-Schlauch des Kompressors war an die Mündung
eines Abluftrohrs aus dem Maschinenraum befestigt, wodurch die Luft ein wenig nach Öl schmeckte.
Nachdem wir das entdeckt hatten, haben wir zunächst einmal einen neuen Platz für die Schlauch gesucht und einen Filterwechsel am Kompressor vorgenommen.
Danach machte das Tauchen wieder Spaß !
Trotz der technischen Mißstände muß man der Crew wieder ein großes Lob aussprechen. Ob ein Nachttauchgang um Mitternacht (Claudia´s
Geburtstags-Nachttauchgang läßt grüßen) oder ein Tauchgang am Elphinstone Riff um 07:00 Uhr morgens - alles kein Problem. Hier wurden wir vom
Entgegenkommen der Mannschaft echt verwöhnt.
Die Höhepunkte der Woche unter Wasser können z. T. auf den Fotoseiten betrachtet werden. So haben wir fast jeden Abend mindestens eine Spanische Tänzerin
gesehen, am Elphinstone Reef hat uns ein kleiner Schwarm Delfine erfreut und ein Weißspitzenhochseehai aus allernächster Nähe inspiziert. Aus dieser Warte
betrachtet, ein voller Erfolg.
Fazit:
Das Boot hatte wie schon beschrieben einige Mängel und für einen wenig höheren Preis hätten wir auch ein Boot der Heaven Fleet buchen können. Ein Großteil
der Mängel wurde allerdings durch eine überdurchschnittlich engagierte und in jeder Hinsicht unkomplizierte Mannschaft ausgeglichen.