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Tauchen zwischen zwei Kontinenten
Alles fing damit an, dass ich auf ARTE die Reportage „Underwater Iceland – Tauchen vor Islands Küsten“
sah. Kristallklares Wasser, faszinierende Felsformationen, kleine Lagunen und eine mystische Stimmung
ließen den Wunsch entstehen, diesen geheimnisvollen Ort zu betauchen. Als sich bei mir eine Reise nach
Island abzeichnete stand fest, dass ich meinen Wunsch Realität werden lassen wollte. Zum Glück gibt es
das Internet, und so hatte ich nach einigem Suchen den Ort der Dreharbeiten gefunden.
Der Mittelatlantische Rücken bildet auf der Nordhalbkugel die geologische Grenze zwischen den
Kontinentalplatten Eurasiens und Amerikas, die hier jährlich um zwei Zentimeter auseinander driften. Nur
an wenigen Stellen steigt er aus den Fluten des Ozeans empor. Mit Hilfe seiner vulkanischen Aktivität
wurde auch die Insel Island geboren. An Land bildet der Riss zwischen den beiden Erdteilen stellenweise
gut erkennbare Verwerfungen. Am südlichen Ende der Ebene von Thingvellir, in dem die Spalte deutlich
zu erkennen ist, liegt der See Thingvallavatn - der größte See Islands, der fast ausschließlich von unterirdischen Quellen
gespeist wird. In ihn mündet auch die Quelle Silfra, die in einer der Spalten entspringt.
Bereits von Deutschland aus kontaktierte ich Hedinn Olafsson von DiveIceland.com, einen der wenigen Tauchlehrer auf Island,
und arrangierte eine Tauchtour zu Silfra. Mitte Juni 2003 trafen wir uns dann in Thingvellir. In einer kleinen Gruppe von vier
Tauchern gingen wir zu dem nur wenige Meter von der Strasse entfernt liegenden Einstieg in die Quelle. Trotz bedecktem
Himmel und Nieselregens war das Wasser kristallklar und kaum hatte man den Kopf unter die Oberfläche gesteckt war man
überrascht von einem ungeahnten Farbspiel. Giftgrüne Fadenalgen, schillernd blaues Wasser und graue Felswände erzeugten
ein Bild, das sich deutlich von der kontrastarmen Tundralandschaft über Wasser unterschied. Der von uns betauchte Teil der
Spalte zwischen den Kontinenten Amerika und Europa war an der Oberfläche ca. 3-4 Meter breit und hatte eine Maximaltiefe
von etwa 20m. An vielen Stellen ist die Spalte jedoch verschüttet und zum Teil gilt es „Brücken“ von weniger als 1,5 Metern zu
überwinden. Nahe der Mündung in den See Thingvallavatn tauchten wir in eine Lagune von 1 - 4 Metern Tiefe. Gelber
Sandboden, grüne Algen, blaues Wasser, braune und graue Felsen ließen einen nahezu tropischen Eindruck entstehen – wenn da nicht die
Kälte zu spüren gewesen wäre. Und kalt war das Wasser mit 1° - 3° C wirklich. Von der Lagune ging es in einer zweiten Verwerfung zurück in
Richtung Ausstieg, den wir nach ca. 40 Minuten (die auch ausreichend waren) erreichten. Zum Wechseln der Flaschen und zum Aufwärmen
gingen wir zurück zu unseren Autos, um anschließend – auf Wunsch von uns allen - den gleichen Tauchgang zu wiederholen.
Die Tauchgangsorganisation von Hedinn war im Übrigen äußerst professionell. Nicht nur dass er auf die Sekunde genau zum vereinbarten
Zeitpunkt am Treffpunkt war (jeder Preuße hätte seine Freude daran
gehabt), auch die zur Verfügung gestellte Poseidon Trockentauchausrüstung war in sehr gutem Zustand und das Briefing ließ
keine Wünsche offen. Schließlich rundete Hedinns offene und humorvolle Art unser fantastisches Taucherlebnis der etwas anderen Art ab.
Niels Feldmann
Links:
Mehr Bilder von Silfra: http://www.niels-feldmann.com
Hedinn Olafssons Tauchbasis: http://www.DiveIceland.com
Informationen über Island: http://www.eldey.de
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