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Nach jahrelangen Überlegungen haben wir uns dieses Jahr endlich entschlossen, uns die berühmten Malediven einmal anzuschauen. Die Auswahl der Inseln war natürlich sehr
groß und für einen Laien kaum überschaubar. Doch uns wurde die Entscheidung von einem befreundeten Pärchen abgenommen, die sich ausgiebig mit der Thematik beschäftigt
hatten und uns freundlicherweise auch begleiteten. Die Wahl fiel auf Komandoo.
Mit einem LTU Flug ging über Nacht direkt von Frankfurt nach Male. Nach diesem Flug habe ich mir geschworen, keine Sardinenbüchse mehr zu öffnen. Nach ca. 9 Stunden
Flug weiß ich, wie sich so eine arme Sardine fühlen muss
Die Abfertigung und der Transport zum Wasserflugzeug Platz dauerte keine 30 Minuten. Meiner Meinung nach sehr schnell, wenn man den ägyptischen Standard gewohnt ist.
Nach weiteren 50 Minuten Wartezeit ging es weiter nach Komandoo. Herrlich! Der 40 Minuten Flug mit dem Wasserflugzeug ist ein Erlebnis. Am Steg wurden wir dann von der
Chefin, Frau Weber, und Trommeln sowie Kokosnuss-Eis begrüßt.
Die Insel
Komandoo ist ca. 500 Meter lang und 100 Meter breit. Im Inselzentrum findet man hauptsächlich Palmen, insgesamt jedoch ist die Insel sehr schön und vielseitig bewachsen
– Ihre Ursprünglichkeit ist noch zu erkennen. Direkt an der Ost-Jetty liegt die Rezeption, rechts davon die Kandu Bar mit einer reichen Auswahl an Cocktails, die
leider nicht in unserem all inclusive Paket enthalten waren. Aber die Preise so ca. 7-8 US$ waren auch erträglich. Links daneben ist gleich die „Prodivers“ Tauchbasis.
Hinter der Rezeption ist ein kleiner Shop mit einem Internetanschluss (15 Minuten surfen 5 US$, eMail bis 15 Minuten 2,5 US$). Auf der Westseite befindet sich
ebenfalls eine Jetty, die direkt am Restaurant beginnt.
Thema Tiere und Ungeziefer auf Komandoo: Neben den Baby Haien gibt es eine Menge Raben, die tagsüber auch laut schreien (stört aber nicht wirklich) eine Menge Flughunde
den es sich auf dem Baum direkt neben der Rezeption gemütlich gemacht haben, sowie einige andere Vögel. In der ganzen Zeit hatten wir nicht einen Mückenstich. Auch im
Zimmer haben wir in den zwei Wochen nicht mal einen Gekko entdeckt. Besonderer Pflege widmen die Mitarbeiter dem Inselgrün und dem Strand. So wird z.B. zweimal am
Tag der Strand von angeschwemmten Korallenstücken und sonstigen "Abfall" gereinigt. Auch die Wege werden täglich von heruntergefallenen Blättern gesäubert.
Ein Arzt besucht die Insel jeden Dienstag und Freitag.
Für alle Gäste ist das Ausleihen von Kanus und Surfbretter vom Wassersportzentrum (wenn ich es so nennen darf) kostenlos. Ein Katamaran ist auch vorhanden. Kostet aber
pro Stunde 30 US.
Schuhe kann man zuhause lassen. Komandoo ist eine reine Barfuß-Insel. Überall liegt Sand, auch im Restaurant. Nur auf dem Steg wird es an sonnigen Tagen so heiß das man
sich die Füße verbrennt. Badeschlappen helfen hier sehr.
Noch was zum Publikum. Die Gäste bestehen hauptsächlich aus Engländern und Deutschen. Ich würde mal sagen 70:30.
Seit Oktober 2003 hat ein SPA auf Komandoo eröffnet. Angeboten werden verschiedene Massagen, Hautpflege und ein Jacuzzi steht auch zur Verfügung. Eine Massage kostet 50
US$ für eine Stunde. Alternativ werden auch Pakete angeboten wie z.B. 3x 1 Stunde für insgesamt 130 US$. Es tut unheimlich gut und ist sehr entspannend. Unbedingt
einmal einer der Massagen ausprobieren. Es lohnt sich.
Die Insel ist nichts für Leute die Animation suchen oder die jeden Abend in die Disco gehen wollen. Animation gibt es nicht und Disco ist nur Samstag. Für Leute die
Ruhe und Erholung suchen sowie ungestört am Strand liegen wollen ist sie ideal.
Bungalows
Per eMail (was übrigens sehr gut geklappt hat) haben wir einen Bungalow auf der Ostseite reserviert. Unserer Meinung nach ist die Ostseite auch schöner. Gründe: Bessere
Sicht auf eine unbewohnte Insel (die andere Seite schaut auf eine einheimischen Insel), schönerer und feinsandiger Strand, dichteres Gestrüpp zwischen den Bungalows.
Zu unserer Reisezeit (Januar) hatten wir auch immer einen angenehmen Wind, der bei der Hitze recht angebracht war. Über die Ostseite strecken sich die Bungalows
Starfish 1-6, gefolgt von den Dolphins 1-6, den Mantas 1-9 und zuletzt die Marlins 1-9. Uneingeschränkt empfehlen kann man die Dolphins und Mantas. Auch die Starfish
sind toll (nur bei den ersten beiden hört man das Brummen der Generatoren vom Insel Inneren). Ab den Marlin 3 wird es nicht mehr so schön auf dieser Seite. Diese haben
teilweise keinen eigenen Strand vor der Haustüre, sondern stehen schon fast im Wasser.
Auch die künstlichen Wellenbrecher, die rund um die Insel verlaufen sind hier etwas höher und somit auch bei Flut immer sichtbar. Insgesamt stören die Wellenbrecher das
Gesamtbild der Insel ein bisschen. Aber wir hatten uns schnell an unsere SPUNDWÄNDE gewöhnt, man konnte daran sehr schön die Gezeiten beobachten
Alle Bungalows sind ausgestattet mit einem halboffenen Bad mit zwei getrennten Waschbecken, Dusche und Fön. Neben einem riesigen Bett, das meiner Meinung nach ideal für
frisch verliebte ist, da es sehr die Fantasie anregt. gibt es noch einen Kleiderschrank, zwei Tische und 4 Stühle. Praktisch: Auch ein Wasserkocher mit Kaffee und Tee,
ein CD Player, Kühlschrank und ein Safe standen ebenso zur Verfügung. Zu jeden Bungalow gehört außerdem noch zwei Stühle auf der Terrasse und zwei Sonnenliegen. Ach
ja, einen Ventilator und eine sehr gute Klimaanlage ist ebenfalls dabei. Insgesamt machte der Bungalow einen noch sehr neuen Eindruck. Steckdosenadapter werden nicht
benötigt, es passen unsere Stecker wunderbar.
Das Essen
Das Essen orientiert sich an den internationalen Gästen, es war sehr schmackhaft und abwechslungsreich. Beim Frühstück gab es neben Bohnen, Speck, Eier etc. auch
reichlich Auswahl an Obst, Müsli und verschiedenen Brotsorten. Sogar auch verschiedene Schwarzbrote. Dazu konnte man sich von einem Koch ein individuelles Omelett oder
einen Pfannkuchen zusammenstellen lassen.
Zum Mittagessen standen immer zwei verschiedene Fleischsorten, Fisch sowie Reis und Nudeln zur Auswahl. Dazu wurden noch verschiedene Aktionsgerichte (z.B. Burger,
China-Chicken oder Ente) gereicht, die frisch vor einem zubereitet wurden. Jeweils zum Mittagessen wurde auf einer Tafel bekannt gegeben unter was für einem Motto das
Abendessen stattfindet: Tex-Mex, BBQ, Maldivian Night, Creek, Französische Nacht, Captain’s Dinner und noch vieles mehr. Nicht zu vergessen auch das Nachspeisen
Buffet. Reichlich Kuchen, Mouse oder verschiedene Cremes. Immer dabei auch Obst wie Ananas, Wassermelone oder Papaya.
In den ganzen zwei Wochen wurden wir vom Essen nie enttäuscht und waren immer wieder erstaunt über die verschiedenen Gerichte. Man könnte meinen, in der ganzen Zeit gab
es nie etwas doppelt.
Hier muss man sagen, dass wir Glück mit unseren Bungalows Merlin 3 und 4 hatten, die fast am anderen Ende der Insel lagen. Durch den täglichen Fußmarsch am Strand
konnten wir von den zahlreichen Kalorien, die wir zu uns genommen hatten schon wieder einige verbraten. Was sich dann später auch durch unsere nur geringe
Gewichtszunahme bestätigte.
Die Ausflüge
Es werden verschiedene Ausflüge angeboten. Die nächste ist Kudadu. Eine kleine, unbewohnte Insel. Schnorchel am Riff oder einfach nur am weißen Sandstrand liegen.
Kuredu / Huru Walhi. Eine Bootsfahrt zur Touristeninsel Kuredu, welche unter der gleichen Leitung wie Komandoo steht. Danach zu Huru Walhi ebenfalls eine schöne
unbewohnte Insel. Preis 29 US$.
Maalifaafushi / Vavvaru. Maalifaafushi ist eine Einheimischeninsel auf der man sehen kann, wie die einheimische Bevölkerung lebt und arbeitet. Anschließend geht es noch
zu Vavvaru. Vavvaru ist eine unbewohnte Insel die zum Schnorcheln und Baden einlädt. Preis (inkl. Mittagessen) 40US$.
Felivaru Tuna Fish Factory. Eine Besichtigung der Thunfischfabrik. Preis 29US$.
Die Tauchbasis
Die Prodivers Tauchbasis befindet sich direkt neben der Rezeption, ca. 20 Meter vom Strand und vom Steg entfernt. Die Basis wird von Tom und Barbara geführt. Nicht zu
vergessen noch die beiden Tauchguides Sabine und Derren sowie zwei einheimische Helfer. Alle Mitarbeiter sind sehr nett und man fühlt sich sofort sehr gut aufgehoben
und betreut. Sie sind jederzeit für Fragen oder Probleme ansprechbar und haben immer ein offenes Ohr für Probleme oder einen Wunsch nach einem bestimmten Tauchplatz.
Am ersten Tag wird der obligatorische Checktauchgang mit Maske ausblasen und Oktopus-Atmung am Hausriff durchgeführt. Danach kann man sich in ausgehängten Listen für
Bootstauchgänge eintragen. Angeboten werden normale Bootstauchgänge (9.30 Uhr und 15.00 Uhr), sowie Early Morning-, Double Tank-, Nacht- und Fullday- Tauchgänge. Für
Schnorchler werden Ausfahrten zu verschiedenen Riffen angeboten.
Leihausrüstung stehen von Mares (Automaten) und Seaquest (Jackets) zur Verfügung. Alles machte einen guten und gepflegten Eindruck. Die Jackets waren sogar ganz neu.
Getaucht wird mit 10l Aluflaschen Luft bzw. 12l + 10l Aluflaschen für Nitrox. Großes Manko war das es keine 12 Liter Flaschen mit normaler Pressluft gab. In
diesem Fall ist es sehr hilfreich, wenn man seinen Nitroxschein schon mitbringt, um nicht in seinem wohl verdienten Urlaub noch die Schulbank zu drücken.
Etwas überrascht waren wir vom Service der Prodivers. Bevor man zum Tauchen geht legt man seine Ausrüstung einfach vor der Basis ab. Auf dem Boot liegt dann alles schon
zurecht und ist fix und fertig aufgebaut (Natürlich muss man noch mal überprüfen). Einfach super - Besser geht’s nicht! Auch die Dhoni-Crew ist sehr nett und
hilfsbereit. Das ausführliche Briefing findet statt, bevor das Boot ablegt. Am Tauchplatz angekommen wird immer an zwei verschiedene Stellen die Strömung gecheckt
und noch mal letzte Anweisungen (Plan A oder B) gegeben. Es ist alles super organisiert und macht richtig Spaß.
Tauchen
Das Hausriff hat vier Sektionen A;B;C;D die alle betaucht werden können. Es ist dennoch ratsam, vorher noch einmal mit Tom zu sprechen, um wertvolle Hinweise auf die
vorhandene Strömung zu erhalten und seinen Tauchgang besser planen zu können. Man sieht (fast) alles was es im Indischen Ozean zu sehen gibt. Natürlich ist auch hier
El Ninjo nicht spurlos vorüber gegangen. Die Korallen sind ziemlich kaputt. Trotzdem ist es sehr fischreich und immer einen Ausflug wert
Da es über 40 Tauchplätze rund um Komandoo gibt, schreibe ich sozusagen nur etwas über die "unbedingt-ansehen-ohne-vorher-abzureisen-Tauchplätze“:
Kuredu Express: Ein Strömungstauchplatz der Extraklasse mit Hai Garantie direkt neben Kuredu. Auf ca. 20 Meter Tiefe kann man sich auf Terrassen festhalten und die
Hai kreisen um einen herum. Teilweise aber starke Strömung.
Fushivaru Thila Auch Fischsuppe genannt. Unheimlich viele und große Fischschwärme aller Farben und Arten. Wir haben diesen Tauchplatz dreimal angefahren und zweimal
hatten wir das Glück Mantas in direkter Nähe zu beobachten.
Ship-Yard Zwei Wracks direkt neben einander. Man erkennt den Tauchplatz schon von weiten, da eines der Wracks aus dem Wasser ragt. Kann sehr strömungsreich sein.
Funghiri Schön bewachsenes und sehr fischreiches Thila. Einfach zu betauchen.
Fazit
Komandoo ist ein tolles Reiseziel. Die Insel ist sehr schön bewachsen und die tollen Strände lassen ein „Bacardi Feeling“ aufkommen. Alle Bungalows sind schön gelegen
und haben eine tolle Inneneinrichtung. Das Essen war einfach super und sehr abwechslungsreich. Die Tauchbasis hat einen sehr hohen Standard, arbeitet professionell und
ist sehr Service-orientiert. Das Tauchen unterscheidet sich deutlich von dem in Ägypten, hat aber natürlich seine eigenen Reize. Und last but not least ist das „Apres
Diving“ in diesem Ambiente ein Traum. Wir würden die Insel auch ein zweites mal besuchen, keine Frage.
Bilder
Bilder von unserer Reise nach Komandoo findet Ihr auf unserer Galerieseite unter folgendem Link:
http://www.tauchenonline24.de/html/komandoo.html
Klaus Kalter
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